Fehlstart der TT-Herren in Salzgitter

Text: Daniel Argut

Bestens gelaunt machte sich die erste Tischtennisherrenmannschaft des Bovender SV am vergangenen Sonntag auf den Weg nach Salzgitter Bad, um dort bei der Oberligareserve von Union Salzgitter anzutreten. Im Vorfeld war man zwar aufgrund des starken Saisonauftaktes der Gastgeber am Vortag gewarnt, rechnete sich aber trotz einiger negativer Vorzeichen durchaus aus, etwas Zählbares mit nach Hause zu nehmen. Gesundheitsbedingt konnte die neue Nummer zwei Daniel Argut nur als Coach mitfahren. Mit Aydarus Strojwasiewicz stand allerdings ein äußerst spielstarker Ersatzmann aus der zweiten Herren zur Verfügung.

Erstes Entsetzen machte sich trotz der auf dem Papier ziemlich schlagkräftigen Truppe bereits nach den Auftaktdoppeln im BSV-Lager breit, als es keiner der drei Paarungen gelang, einen Sieg zu erringen. Auch in den ersten Partien des oberen Paarkreuzes war man nicht in der Lage, den frühen Rückstand zu verringern. Der aufgerückte Routinier Christian Wenzel sorgte zuerst durchaus für eine Überraschung, als er den hoch eingeschätzten Spitzenmann Unions Stefan Knoblauch in vier Sätzen niederrang. Leider konnte Spitzenspieler Frank Fischer nicht nachziehen - sichtlich und hörbar unzufrieden musste er seinem Gegner Marco Görlitz nach drei schnellen Durchgängen die Hand geben.

Auch im mittleren Paarkreuz erfolgte keine Kurskorrektur zu Gunsten des BSV. Steffen Neumann agierte glücklos in entscheidenden Spielsituationen und unterlag dem fintenreichen Allrounder Florian Wegner. Arne Daebel zeigte am Nebentisch durchaus seine spektakuläre Schlaghärte ein ums andere Mal, dennoch reichte es trotz diverser Matchbälle nicht zu einem Sieg gegen den stark verbesserten, jugendlichen Abwehrspieler Leon Hintze, der in diesem äußerst engen Match besonders bei den vielzitierten Big Points hervorragendes Tischtennis zeigte und den zahlreichen Heimzuschauern viel Freude bereitete mit einer wirkungsvollen Mischung aus Defensive und harten Vorhand-Topspins. Im Nachhinein stellte dieses Spiel auch den Knackpunkt der gesamten Partie dar, da es dem BSV in der Folge nicht mehr gelingen sollte, zurück in die Partie zu finden und eine Wende einzuleiten.

Leichten Optimismus bei den Coaches Daniel Argut und "Otti" Köneke löste kurzzeitig noch einmal der erste Auftritt des Neuzugangs "Heidi" Strojwasiewicz aus, der zwar eigene Unsicherheit im Spiel beklagte aber offensichtlich über ein starkes Nervenkostüm verfügt. Dieses sicherte ihm einen Fünfsatzerfolg gegen Legowy und dem BSV den 2:5-Anschluss. Zur Unzeit konnte Malte Bährens leider seine zuvor hervorragenden Trainingsleistungen in seinem Duell gegen Marcel Matthay nicht bestätigen - auch seine Fassungslosigkeit über diese Tatsache verzögerte kaum die klare Niederlage ohne eigenen Satzgewinn. Es musste nun also gleich ein zweifacher Sieg im oberen Paarkreuz her. Spitzenspieler Fischer hatte dies wohl verinnerlicht und zeigte sich wie ausgewechselt im Vergleich zu seinem ersten Einzelauftritt. Einmal mehr bezwang er seinen Lieblingsgegner Knoblauch in vier Sätzen, wodurch erneut zarter Optimismus aufkam, den Spielverlauf in letzter Sekunde noch auf den Kopf stellen zu können.

Allerdings war Fischis Sieg an diesem schönen Sonntag der letzte Zähler des BSV. So gelang es auch Christian Wenzel nicht, die Blockwand des starken Görlitz oft genug zu überwinden, als dass mehr als ein gewonnener Satz aus seinen Bemühungen resultieren sollte. Den endgültigen K.O. des BSV besorgte der Mann des Spiels auf Seiten Unions namens Leon Hintze, der in einem tollen Spiel Steffen Neumann niederkämpfte, was um so mehr erwähnenswert ist, da Steffen als echter "Abwehrkiller" gilt. Auch diese Stärke konnte an diesem gebrauchten Tag die deutliche 3:9-Niederlage der Mannen um Capitano Malte Bährens nicht mehr verhindern.

Somit ist der Fehlstart des BSV-Teams, des häufig genannten Mitfavoriten auf die ersten Plätze der Liga, Realität. Als Gründe dürfen ein überraschend starker Gegner, eine Nullnummer in den Doppeln, einige taktische Unzulänglichkeiten und auch mangelndes Ballglück erwähnt werden.Alle Beteiligten waren sich nach Spielende dennoch einig, dass man die Niederlage als Ansporn und Warnung sehen möchte, um sich im ersten Heimspiel gegen den Aufsteiger aus Rhumspringe völlig anders zu präsentieren und die ersten Zähler auf der Habenseite zu verbuchen.  Somit wird sich das Team in den kommenden spielfreien Wochen hochmotiviert noch intensiver ins Training stürzen, um trotz des Auftritts in Salzgitter eine erfolgreiche Saison zu spielen und am 22.09. den sicher zahlreichen Bovender Zuschauern den ersten Saisonsieg zu schenken

Auch besteht noch die Hoffnung, dass Nummer zwei Daniel Argut seine Verletzung bis dahin auskurieren wird und zum ersten Mal im Dress des BSV auflaufen kann. Die Mannschaft freut sich auf Feststimmung in der Bovender Halle und wird alles geben, die angesprochenen Schwächen als einmaligen und korrigierbaren Ausrutscher vergessen zu machen.

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