Danke Thomas!

Thomas Rusch 2Die Definition von „Erfolg“ ist vor allem im sportlichen Bereich weniger individuell als in der persönlichen Lebensbiographie. Tabellen, Statistiken, nicht selten auch Benotungen in Fußballfachmagazinen werden intensiv studiert, um zu eruieren, ob denn ein Trainer oder Spieler in jüngster Zeit „erfolgreich“ gewirkt habe.Verführe man nach dem gleichen Muster bei unserem langjährigen Jugendtrainer Thomas Rusch, wäre die Sachlage mehr als eindeutig: Staffelsiege in der F-Jugend, Kreismeisterschaften in der E- und D-Jugend und als Krönung der Durchmarsch in der C-Jugend von der Kreis- in die Landesliga.

Jeder Trophäensammler dürfte angesichts dieser beeindruckenden Bilanz vor Neid erblassen. Doch „Erfolg“ ist gerade im Jugendfußball nicht nur eine Aneinanderreihung von schnöden tabellarischen Höhenflügen, auch die Persönlichkeitsentwicklung der Kinder, respektive jungen Erwachsenen sowie die Schaffung eines sozialen Klimas, in dem die Spieler einen Ausgleich zum stressigen Schulalltag finden, gehört zu den schwierigen Aufgaben eines guten Trainers. Diese bewältigte Thomas nicht minder gut, im Gegenteil: Das Gros des Teams begleitete ihn seit der G-Jugend, viele Akteure lernten bei ihm das Binden der ersten Fußballschuhe ebenso wie den Diagonalpass über 50 Meter, punktgenau in den Lauf des Mitspielers.

Die Eltern wuchsen im Laufe der 9 Jahre zu einem zweiten „Team“ außerhalb des Platzes zusammen, das an der Seitenlinie wertvolle moralische Unterstützung leistete und bei Auswärtsspielen Kern einer stetig wachsenden Fanschar war. Neben der Förderung leistungsstarker Spieler wie Manuel Mbom, der aktuell im Jugendinternat des SV Werder Bremen an seiner Profikarriere feilt, hatte Thomas immer auch ein Auge auf das Gesamtkonstrukt, das selbstverständlich sportlichen Ambitionen verpflichtet war, doch stets den einzelnen Spieler mit seinen individuellen Stärken, Schwächen, euphorischen und zweifelnden Phasen im Blick behielt.

Ich habe Thomas als konstruktiven Gesprächspartner mit guten Ideen, klaren Vorstellungen und hoher sportlicher Identifikation mit ambitionierten Zielen kennen- und schätzengerlernt. Im Namen der ganzen Fußballabteilung wünsche ich Dir, lieber Thomas, alles Gute beim 1. SC Göttingen 05 und hoffe, dass wir schon bald wieder als Kollegen beim Bovender SV zusammenarbeiten dürfen.


Daniel Vollbrecht